Der Uerdinger Schienenbus

Dieser Fahrzeugtyp wurde in den 1950er Jahren als Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Bundesbahn und der Waggonfabrik Uerdingen entwickelt, um auf Nebenbahnen die unwirtschaftlichen Dampfzüge abzulösen. Eigentlich war der „Retter der Nebenbahnen“, wie er oft auch genannt wird, nur für weniger Jahre Einsatz gedacht. Doch seine einfache, aber robuste Konstruktion und auch das Versäumnis der Deutschen Bundesbahn rechtzeitig einen Nachfolger zu entwickeln, führte dazu, dass die letzten Schienenbusse noch in den 1990er Jahren ihre Dienste taten.

Die Uerdinger Schienenbusse besitzen eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und werden von zwei Büssing U10-Motoren mit jeweils 150 PS angetrieben. Bei diesem Motortyp handelt es sich ursprünglich um einen Motor für Straßenbusse. Eine weitere Besonderheit ist das, nicht synchronisierte, 6-Gang-Schaltgetriebe, aber auch die umklappbaren Rückenlehnen der Sitzbänke, die es erlauben stets in Fahrtrichtung zu sitzen.

Nachdem die Entwicklung eines eigenen Schienenbusses in Österreich nicht von Erfolg gekrönt war, entschied man sich bei den Österreichischen Bundesbahnen ebenfalls auf den Uerdinger Schienenbus zu setzen. Während die ersten Motorwagen noch in Deutschland gebaut wurden, sind alle Weiteren Lizenz-Nachbauten der österr. Firmen Jenbacher Werke und Simmering-Graz-Pauker (SGP). Die österreichischen Fahrzeuge besitzen bereits eine pneumatische Türsteuerung und an beiden Frontfenstern große Scheibenwischer.

Im Bestand der Passauer Eisenbahnfreunde befinden sich nun zwei Motorwagen VT 98, ein Steuerwagen VS 98 und ein Beiwagen VB 98. Hinzu kommt ein österreichischer Motorwagen der Rh 5081.

  Motorwagen 798 706-8
     
  Motorwagen 798 776-1
     
  Steuerwagen 998 840-3
     
    Beiwagen 998 034-3
     
  Motorwagen 5081.19