Diesellok 363 815

Nach dem 2. Weltkrieg herrschte bei der Deutschen Bundesbahn ein Mangel an Rangierlokomotiven, zudem sollten die unwirtschaftlichen und personalintensiven Dampflokomotiven im Rangierbetrieb abgelöst werden. In Zusammenarbeit mit den namhaften Lokomotivfabriken in Deutschland wurde ab Beginn der 1950er Jahre eine Rangierlokomotive entwickelt. Es entstand eine dreiachsige Lokomotive, die Kraftübertragung erfolgte von einer Blindwelle mittels Stangenantrieb auf die drei Achsen. Als Motor setzte sich der GTO 6 von Maybach gegen andere Alternativen durch. Einige Maschinen erhielten einen verstärkten Rahmen und damit ein größeres Reibungsgewicht. Insgesamt wurde die stattliche Anzahl von 942 Lokomotiven gebaut und in Dienst gesetzt. Die V60 prägte bald das Erscheinungsbild der Deutschen Bundesbahn.

1968 erfolgte die Umzeichnung der Baureihe von V60 auf 260 für die leichteren (618 Stück) und 261 (322 Stück) für die Maschinen mit dem größeren Reibungsgewicht. 1987 wurden die Loks zu Kleinlokomotiven herabgestuft, und aus den 260/261 wurde die Baureihe 360/361. Dies hatte zur Folge, dass nur mehr ein Kleinlokbediener und kein „richtiger“ Lokführer erforderlich war. Durch den Einbau von Funkfernsteuerungen erfolgte ein weiterer Nummernwechsel von 360/361 auf 364/365. Später erfolgte bei einigen Maschinen noch der Ersatz des originalen Maybach-Motors durch einen wesentlich moderneren Motor des amerikanischen Herstellers Caterpillar. Damit ging eine erneute Umzeichnung zu 362/363 einher. Auch heute kann die Deutsche Bahn nicht ganz auf die inzwischen oft schon mehr als 60 Jahre alten Maschinen verzichten und auch zahlreiche private Eisenbahnen haben Loks der Baureihe V60 im Bestand.

technische Daten:

Baujahr:

1960

Hersteller:

Henschel, Kassel

Achsfolge:

C

Höchstgeschwindigkeit:

60/30 km/h (Schnell-/Rangiergang)

Länge (über Puffer):

10,45m

Gewicht:

54 t

Motor:

Caterpillar

Leistung:

650 PS

Getriebe:

Voith Geschwindigkeitsgetriebe

 

Henschel Stufen-Wendegetriebe

Kraftstoff-Vorrat:

1.500 l

Besonderheiten:

Rangierkupplung und Funkfernsteuerung

Bei den PEF seit:

2011

Beheimatungen:

14.9.1960 – 20.5.1966 Bw Gelsenkirchen-Bismark

21.5.1966 – 3.10.1966 Bw Oberhausen Hbf

4.10.1966 – 31.5.1972 Bw Dortmund Bbf

1.6.1972 – 31.10.1982 Bw Dortmund Rbf

1.11.1982 – 25.8.1998 Bw Dortmund Bbf

26.8.1998 - 28.8.2001 Bw Oberhausen

29.8.2001 - 12.8.2009 Bw Kornwestheim